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Malachiidae, Zipfelkäfer


Die Zipfelkäfer sind weltweit mit 3.000 Arten vertreten, von denen 50 davon in 14 Gattungen in Mitteleuropa leben (43 in Deutschland). In Europa ist die Unterfamilie mit 30 Gattungen und etwa 330 Arten bzw. Unterarten vertreten.

Die meisten Arten dieser Unterfamilie ernähren sich von Pollen und toten Insekten, es gibt aber auch Arten, deren Käfer sich räuberisch zum Beispiel von Blattläusen ernähren. Ihren Namen haben die Käfer von ausstülpbaren beziehungsweise wieder zurückziehbaren Hautblasen. Diese treten zipfelförmig seitlich an der Vorderbrust sowie am Hinterleib hervor und sind meist auffällig orangerot gefärbt.

Eine weitere Auffälligkeit der Zipfelkäfer sind bei den Männchen der meisten Gattungen vorhandene Ausformungen des Chitinskeletts, die Excitatoren. Diese können bei den verschiedenen Arten sehr verschiedene Formen annehmen. Nach der Lage der Excitatoren unterscheidet man weltweit 15 Typen, in Mitteleuropa fünf Typen. Am häufigsten liegen die Excitatoren am Ende der Flügeldecken (elytral-apical, Abb. 1). Die Excitatoren sind Sekretionsorgane. Die Männchen sondern in diese ein Sekret ab, um das Weibchen in Paarungsbereitschaft zu versetzen (Geschmacksbalz, Gustatorische Balz). Die Weibchen lecken die Flüssigkeit auf, wobei beide Geschlechter sexuell erregt werden. Die Lage der Excitatoren bestimmt die Art der Balz. 

Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier in alter Rinde von toten Bäumen ab. Die Larven entwickeln sich dann im Holz und ernähren sich u. a. von Insektenlarven.

Seite „Zipfelkäfer“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. April 2020, 16:08 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Zipfelk%C3%A4fer&oldid=199170183 (Abgerufen: 11. Juni 2020, 18:42 UTC)